Der Rumtopf – Geschichte und Rezepte

Am heutigen 2. Dezember geht es um den Rumtopf. Ich erkläre dir, wie der Zauber funktioniert und habe passend dazu auch ein kleines Rezept, welches du am Ende der Seite auch herunterladen und ausdrucken kannst, damit dein Rumtopf im nächsten Jahr auch wirklich zum 1. Advent angestochen werden kann.

Rumtopf Bild

Was ist ein Rumtopf?

Als Rumtopf bezeichnet man eine Konservierungsmethode für frisches Obst mit Rum oder Arrak und Zucker.

Zur Herstellung werden im Idealfall im Laufe des Sommers nach und nach reife Früchte mit etwa der gleichen Menge Zucker und hochprozentigem Rum in einem glasierten Steinguttopf eingelegt. Die Früchte müssen dabei immer mit Flüssigkeit bedeckt bleiben. An einem kühlen, dunklen Ort luftdicht verschlossen aufbewahrt ist der Rumtopf im dann Winter fertig und kann als Kompott zu Grießpudding und anderen Süßspeisen serviert werden.

Alternativ bietet er sich auch als alkoholhaltiger Likör mit Freunden und Gästen an und erinnert mit den konservierten Früchten an schöne, warme Sommertage des jeweiligen Jahres.

Geschichte des Rumtopfs

Die Geschichte des Rumtopfs begann laut alten Erzählungen mit dem Tansport von Früchten und Rum in der Kolonialzeit mit einem alten Holzfass und verdorbenen Früchten.

Weil damals die Schiffe über Monate große Strecken zurückzulegen hatten, waren die kostbaren Südfrüchte oftmals schon verdorben, wenn sie im Heimathafen der Schiffe ankamen und auf den Märkten verkauft werden sollten.

Durch einen Zufall aber kam es, dass irgendwann einmal Früchte in ein altes Fass, welche mit Rum gefüllt war fielen und noch haltbar waren als die anderen Früchte bereits ungenießbar waren. Gleichzeitig merkten die Seefahrer auch, dass diese Früchte nicht nur haltbar, sondern auch aromatischer waren, da sie das Aroma des Rums in sich trugen. Damit war die Konservierung von Früchten in Alkohol entdeckt.

Aber warum heißt der Rumtopf nun Rumtopf und nicht Rumfass? Nun, war es so, wie es immer war: Was gut schmeckt und dazu die Früchte konserviert, spricht sich herum. So kam es, dass auch die Kaufleute und Händler in den Städten diese Art der Konservierung für sich entdeckten und statt Fässern, die es nur an Häfen oder im Weingewerbe gab, einfach Tontöpfe verwendeten. Damit war, so die Überlieferung, der Rumtopf entstanden.

Aber wie mache ich denn nun einen richtigen Rumtopf?

Zutaten jeweils:

0,7 l Rum 54%
500 g Früchte
250 g Zucker

Ungefähr im Mai oder Juni holst du den Rumtopf aus Steingut oder Porzellan aus dem Keller.
Nun werden beispielsweise 500g Erdbeeren gründlich gewaschen und gegebenenfalls die großen Erdbeeren noch klein geschnitten und mit etwa 0,7l 54%igen Rum und 250g Zucker in den Topf gegeben. Der Rum über den Früchten stehen, da diese sonst nicht konserviert werden.
Der Topf wird nun einen Monat kühl und dunkel gelagert. In dieser Zeit reagiert der Alkohol mit dem Zucker und dem Fruchtzucker in den Früchten.

Nun werden wieder 500 g Saisonfrüchte, also was im Idealfall immer gerade in deinem Garten wächst. Mein Tipp für Kleingärtner: Pflanze einfach verschiedene Sträucher von der Stachelbeere, über Bromberen oder Himbeeren im Garten oder auf dem Balkon im Blumenkübel.

Zum Beispiel kannst du die reifen Sauerkirschen mit jeweils 250 g Zucker in den Topf geben. Darauf soviel Rum geben, dass er 2cm über den Früchten steht. Alles gut durchmischen.
Diese Prozedur wird nun jeden Monat bis zum Oktober wiederholt.

Der Fantasie bei den Früchten sind dabei keine Grenzen gesetzt:
Aprikosen, Pfirsiche, Mirabellen, Birnen, Ananas, Pflaumen, Äpfel und zum Schluss ein paar Walnüsse.

Am Ende den Rumtopf wieder kühl stellen, um traditionell am 1. Advent mit Freunden oder Familie einen kleinen Anstich zu veranstalten.

Der Rumtopf hält sich übrigens ca. 9 Monate, das heißt bis zur neuen Rumtopfsaison.

Das Rumtopfrezept zum Download

Was kommt bei dir in den Rumtopf? Gibt es noch andere interessante Rumtopfanekdoten, die du z.B. zur Geschichte des Rumtopfs kennst?

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