Mit 160 Beats zum Polka-Festival

Im heutigen Montagsbericht veröffentliche ich euch einen Artikel über eine Junge Cottbusser Nachwuchsband, die unteranderem sorbischen Folkrock spielt. Zusammengeklaubt habe ich ihn in meinem Praktikum bei der Lausitzer Rundschau.

Die Fünf von „Die Folksamen“ waren beim PolkaBeats-Festival wohl die jungen Wilden. Denn mit Banjo, Akkordeon, Geige, Bass, Gitarre und Schlagzeug haben sie am Samstag die Alte Chemiefabrik zum kochen gebracht bringen. Gespielt wurden neben aktuellen Songs, wie Andro, auch neue, unbekannte Stücke.

Vor drei Jahren formierten sich die Gymnasiasten Manuel Semisch, Gregor Kliem, Tim Franzke, Sebastian Schiller und Nils Rudolph zu einer Schulband. Ziel war es, am Niedersorbischen Gymnasium in Cottbus ein einmaliges Konzert zu geben. Einmalig? Der Auftritt war am Ende so einmalig, das die Zuschauer nur besänftigt werden könnten, indem das Projekt fortgeführt wurde.

Damit war der Grundstein für viele Konzerte gelegt. „Wir durften bereits zur Sagennacht in Burg, zur Eröffnung des 19. Festivals des Osteuropäischen Films und als Vorband von „Keimzeit“ ein Konzert spielen“, sagt Nils Rudolph stolz. Er ist Frontmann der Band und spielt den Bass. So ist es kaum verwunderlich, dass die Band im letzten Jahr ihr erstes Album „Totes Tier und Quetschenklang“ veröffentlicht hat. Anfang 2011 fand ein kleiner Besetzungswechsel statt, denn Tim verließ die Band. Der Dudelsack wurde kurzerhand gegen eine Geige, die von Sophie Marten gespielt wird, eingetauscht.

Der Bandname „Die Folksamen“ kann laut Nils gern als „freie Interpretation des Musikstils Folkrock gesehen werden. Mit einem Tempo von 160 Beats pro Sekunde wird die Post abgehen.“

Manuel Semisch spielt Banjo und ist Songwriter der Band. Er sagt: „Neben vielen Eigenkompositionen widmen wir uns auch alten sorbischen Liedern. Die peppen wir auf, passen sie an oder lassen uns von ihren Melodien inspirieren.“ Das macht die Band in unserer Region einzigartig und wichtig für die moderne sorbische Kultur.

Berufsmusiker ist keines der Bandmitglieder. Fast alle studieren etwas. So steckt Nils mitten im Medizinstudium, Sophie Marten macht das Abitur. „Wir sehen die Folksamen als eine Leidenschaft. Wann immer wir Zeit haben, nehmen wir weite Wege in Kauf, um zu proben“, sagt Manuel.

Auf die Frage warum die junge Band beim PolkaBeats-Festival mitmacht, antworten Nils und Manuel: „Wir lieben es, live aufzutreten, und mögen besonders den direkten Kontakt zum Publikum. Die Polka verbinden wir mit den slawischen Sprachen.“

Die Bandmitglieder sind sich einig: „In Zukunft wollen wir noch viel professioneller werden und feilen auch schon am nächsten Album.“ Die nächsten Konzerte finden auf dem 8. Brandenburger Dorf- und Erntefest in Dissen und zum Geburtstag des „Herman“ statt.

Wenn du mal in die Musik reinhören möchtest, dann klick dich durch auf die MySpace-Seite der Band, da ich möglichem Ärger mit der Gema aus dem Wege gehen möchte.

Das iPad 2 feiert seine ersten 4 Monate bei mir

Nun habe ich mein iPad 2 genau seit vier Monaten. Ich habe euch damals – ja laaang ist´s her 😀 – direkt als es neu und frisch war, geschrieben warum ich es mir zugelegt habe. Am Ende ging es in dem Beitrag um meine Pläne und das, was ich damit nun anfangen wollte.

Deswegen gibt es nun heute den Stand der Dinge, wie sich meine Vermutungen bisher geschlagen haben, was ich tatsächlich mit meinem iPad so treibe und ein kleines Zwischenfazit.

Ich habe mir das iPad 2 zugelegt, um ein kleines nettes Gerät zu haben, welches ich überall mit hinnehmen kann – auch auf längere Reisen im Zug oder dem Auto. Ich wollte etwas zwischen Laptop und PC, um damit E-Mails zu checken, mich durch die Stadt navigieren zu lassen. Etwas zum Filme schauen, zum schreiben und lesen. Außerdem natürlich meine Termine verwalten und noch viel mehr lustige oder praktische Sachen damit anstellen, die man sich nicht vorstellen kann.

All das hat sich bei mir im Prinzip wirklich bewahrheitet.

Meinen Papierkalender für Notizen, Kontakte, Hausaufgaben und Noten aus der Schule habe ich direkt nach dem Abitur nicht mehr angerührt, denn das läuft bei mir nur noch über das iPad, iPhone, zum Teil Googlecalender und das lausige Outlook. Papier ist geduldig sagt man. Man hat es aber eben nicht überall dabei und es bietet mir nicht die Möglichkeit mir bereits Termine in einem Jahr in den Kalender zu übernehmen. Von einer Erinnerung, der Synchonisation mit dem Googlecalender, dem iPhone und der schnellen Weiterleitung an Freunde und Bekannte mal ganz zu schweigen. Die Möglichkeit Aufgaben ordentlich anzulegen und zu synchonisieren kommt mit iOS 5 auch endlich mal, damit ist das dann wohl komplett.

Beim Thema Schreiben bin ich etwas verunsichtert, denn einerseits kann man am Rechner einfach viel schneller in die Tasten donnern und bringt damit seine Gedanken direkt in die Schriftform. Andererseits funktioniert das auch auf dem iPad schon ausreichend flüssig und man kann sich dabei auch einfach auf die Gartenbank bei uns unter dem Kirschbaum setzen und lostippen. Das klingt banal aber bietet den großen Nutzen, dass eine andere Umgebung oft auch wesentlich andere Ergebnisse liefert.

Die Blogbefüllerei kann man diese Schreibkünste natürlich auch verwenden. Für den letzten Schliff und alles, was mit Bildern zutun hat, ist man aber dennoch auf den PC angewiesen. Aber texten und ordentlich vertaggen und terminlich eintakten funktioniert damit recht ordentlich.

Lesen macht auf dem iPad meiner Meinung nach viel her, kann jedoch in der Haptik nicht mit Büchern mithalten. Dafür aber lassen sich E-Books oder PDF-Texte gut darauf zeigen und sogar weiterbearbeiten. Im Studium dürfte es für mich gut möglich sein, mir dann alle Skripte auf mein iPad zu laden und in den Vorlesungen und Seminaren mit dem passenden Stift, der mich mit dem … Pencil etwa 7€ gekostet hat, Notizen darauf zu kritzeln. Aber das ist eine Geschichte, die erst noch ausprobiert und geschrieben werden muss ;).

Hier sollte auch erwähnt werden, dass es mir derzeit keinen wirklichen Spaß macht, sich Tageszeitungen aus Deutschland auf dem iPad anzuschauen. Unsere Lokalzeitung Lausitzer Rundschau bietet zwar eine schöne iPad App an, die jedoch sobald man sich als Abonnent einloggen will, keinen Spaß mehr macht. Das Einloggen funktioniert nämlich nicht 🙁 und doppelt bezahlen wird für eine Zeitung sicherlich niemand. Apps von anderen Zeitungen, wie der TAZ oder der FAZ funktionieren hier zumindest. Zu sehen bekommt man dort jedoch meist nur eine merkwürdig aufbereitete PDF-Version der aktuellen Zeitung. Dabei kann man doch wirklich schöne Sache darauf anstellen. Mit Flipboard, dem Googlereader und den dort abbonnierten RSS-Feeds meiner Lieblingsblogs funktioniert das schließlich auch sehr ansprechend und interaktiv. Das ist auch schon zeitungsähnlich aufgemacht und geht sogar auf meine Interessen ein.

Zum Filme schauen, im Netz rumplumpern und twittern, eignet sich das iPad wunderbar, denn wo immer man gerade ist, bietet sich die Möglichkeit all das zu konsumieren. Das macht mir besonders am Abend, wenn ich gerade keine Lust habe, den Fernseher oder das Notebook einzuschalten, viel Spaß. E-Mails schreiben und beantworten war wohl nie besser möglich, als mit dem iPad. Das große Display und die kinderleichte Bedienung machen einfach Freude.

Spiele gibt es auch viele schöne und günstige, doch bis auf „Die Siedler“ habe ich in dieser Richtung bisher Weniges wirklich tiefgründig ausprobiert, weil ich einfach nicht so ein Spielertyp bin, der wochenlang am Rechner festfriert und dadurch seine Umwelt nicht mehr erkennt.

Beim Videoschnitt und der Audioaufnahme darf man mit dem iPad wohl etwas spielen aber so das wirklich wahre ist es dann an dieser Stelle eben nicht. Videoschnitt ist beim iPad Spielerei und mit den Möglichkeiten guter Schnitttools auf dem PC nicht zu vergleichen. Schon weil man mit den Formaten recht eingeschränkt ist. Audios könnte man sicherlich mit dieser Spielzeugkeule iRig mal versuchen etwas aufzuzeichnen, muss aber zum Schneiden doch wieder die Hardware wechseln.

Chatten macht mit dem iPad viel Spaß, weil auch hier wieder die Mobilität unschlagbar ist und es einfach an dieser Stelle out sein sollte, am Rechner zu hängen. Rausgehen oder zumindest auf dem Wohnzimmersesselhocken ist an dieser Stelle im Trend. Hier kann man auch die Videotelefonie mit der Skypeapp, die es derzeit zwar eigentlich nur für´s iPhone gibt, die aber dennoch auf dem iPad läuft empfehlen.

Für mich sind das wohl die Hauptanwendungen für mich und mein iPad. Nebenbei kann es auch den großen 46″ Samsung Fernseher meiner Eltern ansteuern, sodass ich nicht mal mehr die Fernbedienung suchen muss. All das ist für mich schon wirklich ziemlich praktisch und nett.

Im Urlaub und bei längeren Zugfahrten gibt es, auch wegen der 10 Stunden Akkulaufzeit, wohl kein besseres Spielzeug.

Auch für Ältere Menschen sollte ein iPad wohl schon etwas hermachen.

Mehr kann man mit den aktuell immer noch zu Hauf angebotenen Netbooks wohl auch nicht anfangen. Wer sich ein iPad zulegt, sollte sich jedoch im Klaren darüber sein, dass es den Desktoprechner je nach Anwendungsfall nicht ersetzten wird. Das soll es denke ich aber auch gar nicht, sondern eher das mobile Leben bereichern, die Vernetzung der unterschiedlichsten Systeme verbessern.

Puh! Nun ist der Beitrag hier doch schon etwas länger geworden. Danke fürs Lesen. Was macht dein iPad? Kennst du tolle iPadapps für den Alltag? Dann schreibe schnell einen Kommentar. Ich freue mich darauf.

Wackere Kämpfer gegen die Discounterriesen

Im heutigen Montagsbericht veröffentliche ich euch einen Artikel über den Cottbusser Wochenmarkt, der wohl auch in der Lausitzer Rundschau gestanden hat. Viel Spaß beim Lesen 😉

Sie sind die wackeren Kämpfer gegen die großen Discounterketten und finden jeden Mittwoch und Freitag auf dem Cottbusser Stadthallenvorplatz zusammen. Kleinbauern, Landschlachtereien und fliegende Händler. Sie kommen, so Marktmeister Sven Markusch „aus der Region, aber auch aus dem Spreewald, Sachsen, Zossen und sogar aus Polen“, um selbstproduzierte Waren anzubieten. Das Konzept des Wochenmarktes geht auf. Kunden sind vorwiegend Ältere.

„Bei uns gibt es die frischesten Waren direkt vom Erzeuger“ sagt der Marktmeister auf dem Stadthallenvorplatz. Gleichzeitig sind letzte Händler noch kräftig am kreiseln. Nur so werden pünktlich 8 Uhr die Stände stehen. „Dann kommen erste Kunden“, sagt er stolz.
Markusch ist seit anderthalb Jahren Marktmeister in Cottbus und betreut neben dem Markt am Stadthallenvorplatz auch die sechs weiteren Wochenmärkte der Stadt.

Die Produktpalette an der Stadthalle ist breitgefächert. Es gibt: Obst-, Fleisch-, Fisch- und Backwaren, dazu Schuhe und Pflanzen. Kunden der Markttreibenden sind vermehrt ältere Menschen, denen die großen Einkaufstempel zu groß und nicht persönlich genug erscheinen.

Wie das Rentner-Ehepaar Liebelt. Sie kaufen jede Woche Dinge des Alltags auf dem Wochenmarkt ein. „Ein paar Blumen für den Garten, etwas frisches Gemüse aus unserer Region und eine Kleinigkeit für unsere Enkel gibt es“ sagt Werner Liebelt. Seine Frau erzählt: „ Mir gefällt die Vielfalt und der gepflegte Kontakt zu den Händlern, denn das schafft Vertrauen.“

Landwirt Andreas Kauser aus Großkoschen sieht den Kontakt zu seinen Kunden als wohl größten Vorteil. Er bietet auf dem Markt neben eigenen Bohnen, Tomaten und Gurken, am Wochenende auch Astern an. Er erklärt: „Ich stehe, wie fast alle Händler, jede Woche hier. Ab halb sieben wird aufgebaut, weil es sonst schwierig wird, auf den zugewiesenen Platz zu gelangen.“ Sein Geheimnis für den Erfolg ist wohl eindeutig, dass Herzblut in seinen Waren steckt, er auf Frische setzt. Zu schaffen mache jedoch auch Kauser der Preisdruck, der ihm entgegenwehe. „Mit den viel günstigeren Importwaren aus dem Großhandel, welche die Konkurrenten anbieten, kann ich preislich nicht mithalten“ sagt er. „Noch lohnt sich für mich jedoch das Geschäft, weil ich viele Stammkunden habe.“

Doch zu knallharter Marktwirtschaft, die den Preis bestimmt, kommt für die Händler die Standgebühr. Sie kostet in Cottbus 2,04 Euro pro Quadratmeter und Markttag und wird an die Stadt entrichtet. Etwa 25€ kostet ein kleiner Stand dadurch. Das ist nicht ganz billig. Im Vergleich zu größeren Städten, wie Leipzig mit 30 Euro und Frankfurt Oder mit 19 Euro liegt Cottbus in Ostdeutschland jedoch im oberen Mittelfeld. Aufgrund der guten Lage ist das gerechtfertigt.

Für die Stadt Cottbus ist der Wochenmarkt die wohl billigste aber gleichzeitig auch lohnendste Veranstaltung. Lädt der Wochenmarkt doch auch Touristen zum Bummel durch die Stadt ein, erhöht die Umsätze benachbarter Läden und belebt die Innenstadt. Das hat auch die Stadt erkannt, denn druckfrisch gibt es in Kooperation mit der RUNDSCHAU einen praktischen Einkaufsführer mit Einkaufskarte zum herausnehmen. Darin sind weit vorn auch die Wochenmärkte der Stadt aufgelistet.
Die Zukunft des Wochenmarktes liegt bei den jungen Familien. Sie schauen bevorzugt am Samstag auf dem Markt am Oberkirchplatz vorbei, um regionale Waren aus kontrollierter Landwirtschaft zu kaufen. Feher Béla ist ein ungarischer Obsthändler, der vor 20 Jahren mit seiner Familie nach Cottbus kam. Er sagt: „langfristig müssen jedoch noch mehr jüngere Kunden kommen, die sich Gedanken um eine gesunde und ökonomisch sinnvolle Ernährung machen.“ Nur so, sagt er, werde der Wochenmarkt langfristig Bestand haben.