Schluss, aus und vorbei!?

Im heutigen siebenten und letzten Teil meiner kleinen Textereihe zum kleinen Praktikum bei der Lausitzer Rundschau soll es nach einem Tag der Zwischenpause neben einem Fazit auch um die Zukunftschancen (bei) der Zeitung gehen.

Vor nun etwa 7 Wochen bin ich angetreten, ein kleines, 6 Wochen dauerndes, Praktikum im Medienbereich zu machen. Ich wollte nicht, wie viele andere zwischen Abitur und Studium nur rumgammeln, sondern etwas probieren, wozu ich möglicherweise später keine Gelegenheit mehr haben werde. Ich wollte auch nicht mit sinnloser Schnippelei und Videokriekelei rumspielen, denn dafür habe ich ja diesen Blog. Ich wollte vielmehr für mich herausfinden, ob das mit dem Recherchieren, Schreiben und was noch dazugehört etwas für mich ist. Ich wollte testen, ob ich zum (Hobby)journalisten tauge, ob mir das irgendwie Spaß macht.
Da es für mich beim RBB zwar schonmal die eigentlich unmögliche Möglichkeit gab, in den Ferien etwas bei Fritz rumzuschnuppern sollte ich eigentlich vorbelastet sein. Vorbelastet? Ja vielleicht ein wenig, weil ich schonmal sehen konnte, wie die Profis da beim Radio jeden Tag kräftig trommeln. War wirklich eine nette Sache. Ich sage euch, seit dem liebe das Radio oder besser das gesprochene Wort noch viel mehr und habe auch mit der Podcasterei etwas rumgestümpert. Alles sehr interessant und wohl die Grundlage für alles Weitere, aber eben war das alles irgendwie nix Richtiges. Es war nichts, was so richtig viele Leute mitbekommen haben und auch nie etwas, wo es um wirklich viel ging.
Weil aber genau das einmal ausprobiert werden wollte und ich diese Möglichkeit auch irgendwie relativ in meiner Nähe suchte, da jeden Tag mehr als zwei Stunden Zugfahrt auf Dauer unglaublich verrückt sind :D.

Dadurch angestoßen kam ich auf die Idee, den Versuch zu starten, etwas bei der Zeitung rumzutippen. Es gibt dort zwar für den Anfang keine Bezahlung aber ein warmes Mitagessen und viele Freiheiten, sowie recht nette Kollegen ;).

Genau diese Freiheit über im Grunde fast alles schreiben zu dürfen, gleichzeitig aber auch alles selbst herausfinden zu müssen, war denke ich wohl das Gute daran. Die großen Tageszeitungen und Medienvertreter nennen das investigativen Journalismus. Ich war gezwungen raus aus dem Büro zu gehen und habe letztlich äußerst viele, interessante Menschen getroffen. Ich nenne das einfach denken, nachfragen, zusammenfassend die sogenannte Recherche.

Ich habe also gelernt, wie man Eis herstellt, worauf eine Band alles achtet, wie die Rathauspressekonferenz in Cottbus so abläuft, was Camper, Kleingärtner, Marktmenschen und die Feuerwehr so alles treiben, wie viele Erstklässler es wirklich gibt und wie man Straßenumfragen betreiben kann. Nicht zu vergessen ist auch die Tatsache, dass meine Fotos wohl in Zukunft besser aussehen wollen und man nicht alles glauben darf.

Das ist denke ich genau auch mein Fazit. Wenn man etwas wissen will, man etwas ausprobieren möchte, dann muss man genau das auch einfach tun. Da im Grunde alles, was ich so verzapft habe, auch in der Printausgabe in Cottbus zu lesen war, können die Texte nicht die schlechtesten gewesen sein.

Die Zeitung selbst lese ich eher weniger, weil mir viele Themen schon im Netz einen Tag früher begegnet sind und nur Texte und Bilder doch auf Dauer auch langweilig sind. Gut sind jedoch die zahlreichen Hintergrundinfos, die aber in einem intelligenten ePaper für das iPad mit Texten, Bildern, Videos, Diskussionen und interaktiven Grafiken gewürzt, möglicherweise mehr Zukunft haben könnten.

Mit dieser Meinung stehe ich wohl nicht ganz alleine da, denn sowohl die Abonnenten, als auch Werbekunden werden anscheinend weniger, sodass die Auflagen der meisten Blätter sinkt. Als Nebenjob könnte ich mir im täglichen Printbereich also eine Zukunft vorstellen, auf Dauer aber nicht auf das große Erwachen hoffen. Ich weiß die Haptik vom Papier macht etwas her und es wird immer Schichten bzw. Menschen geben, die geschriebenes Wort zum Frühstück oder in der Pause lesen wollen. Viele jedoch finden im Internet zum Teil die gleichen Artikel kostenlos. Das wird unsere Zeitungslandschaft kräftig verändern, noch viel mehr zum einem Medienwandel ins Überall-Internet führen. Es wird egal sein, ob es sich nun um Bilder, Texte, Ton oder Videos handelt. Alles ist möglich, auch kombiniert.

Wer heute etwas mit Medien machen möchte, der sollte sich dieser Tatsache bewusst sein und sich dem Wandel nicht entziehen. Beim Versuch werden heutige Anfänger wohl scheitern.

Gut wäre das für uns alle, weil die Vielfalt wohl größer wird, schlecht weil viele dem Wandel nicht standhalten könnten, weil sie sich zu sehr auf Bestimmtes tun fixiert haben.

Die Zukunft im Medienbereich wird definitiv interessant werden, ich kann mich aber bisher nicht entschließen, ob ich an dieser Stelle in der Wanne der Vielen mitbuhlen sollte und möchte.

Möglicherweise geht es während des Studiums auch einfach etwas weiter, denn die Möglichkeit der freien Mitarbeit besteht und könnte meine Zeitungaustragerei, die bald aufhört und mich bei Wind und Wetter aus dem Haus schickt, ersetzen.

Interessant kann so ein Praktikum auch für alle Interessierten sein, die einmal sehen wollen, wie viel Arbeit in so einem Artikel oder Foto steckt. Man bekommt auch viele Einblicke in sonst verborgene Bereiche, lernt Vieles. Aber braucht man dafür unbedingt ein Medienhaus im Rücken?

Wie siehst du das alles? Ich bin gespannt auf deinen Kommentar.