Warum es für Journalisten wichtig ist zu bloggen

Der heutige Bericht ist im Grunde kein Bericht. Warum? Weil ich meine Meinung zu etwas schreibe. In der Realität kann man sich jedoch auch darüber streiten, denn gerade bei der Zeitung muss immer eine Auswahl getroffen werden. Das muss auch bei einem Berg an Zahlen passieren. Ab hier zählt dann nur noch der Geschmack, die eigene Meinung oder ein gewisses Gefühl für die richtige Auswahl. Dadurch fließt unbewusst letztlich überall die eigene Meinung ein, eine komplett neutrale Haltung ist unmöglich.

Nun aber eigentlichen Thema: Ich möchte der Frage nachgehen, warum es gerade für Journalisten echt wichtig ist, zu bloggen.

In meinen nun sechs Wochen bei der Zeitung habe ich viel über Redaktionsabläufe und den täglichen Wahnsinn gelernt. Gleichzeitig habe ich auch gesehen, wie fixiert Journalisten dort auf das eigene Medium auf gedrucktem Papier ist. Soziale Netzwerke, wie Twitter, Google+ und Facebook spielen im Grunde keine Rolle. Blogs als digitale Spielwiese werden anscheinend nur sehr begrenzt von Volos betrieben.

Weil die Zeitung irgendwie ein Massenmedium sein will und es nur über Umwege einen Rückkanal gibt, bekommt man verhältnismäßig wenig Feedback auf das eigene Tun. Man überlegt also den ganzen Tag, was den Leser oder welche Person auch immer, interessieren könnte. In Wahrheit kann ich aber eigentlich nix über den Leserstamm sagen und greife in den sprichwörtlich leeren Topf. Ich mache im Idealfall also, was ich will oder bekomme von irgendwelchen Marktforschern oder den Chefs erklärt, was als Thema interessant sein könnte. Das ist schade für alle, die sich einfach nur mit dem mehr oder weniger kreativen Schaffen von Inhalten austoben wollen.

Genau hier aber hilft einem mindestens als Ausgleich und Probierstube doch das Netz, denn im eigenen Blog kann nach Lust und Laune einfach alles ausprobiert werden. Damit meine ich jetzt keineswegs nur Texte, bei dehnen man völlig frei in der Themenwahl ist, sondern auch Audio oder Videopodcasts. Teures Equipement kann man sich für den Anfang sparen, weil selbst ein einfacheres Mikro schonmal besser ist, als keines. Wenn es dann irgendwie gut oder interessant für jemanden ist, dann wird aus der Sache schon mehr werden. Dann gibt es auch gleichzeitig hilfreiches Feedback, Tipps oder interessante Diskussionen. Merke: Der Inhalt zählt, dann kommt die Aufmachung.

Hochwertiger produzieren kann man für Netzverhältnisse ruhig auch Schrittweise. Beim Audio- oder Videopodcast den Raum z.B. mit alter Zeitung und Lumpen trockener gestalten. Für den Videobereich gibt es heute für etwa 80€ ein Hintergrundsystem und grünen Stoff. Die Software dazu kostet dann auch im Idealfall nicht mehr.

Wer sich das ganze Geld komplett Sparen möchte, der zieht eben einfach los. Mitgenommen wird entweder klassisch Stift, Papier und die kleine Aldiknippse bzw. das bessere Smartphone für die Fotos oder für Audioaufnahmen ein kleines Mikro zum ans iPhone stecken.

Wichtig ist für mich jedoch besonders die Experimentierfreude mit anderen Medien. Wer sich immer am Papier festklammert, wird sich möglicherweise langfristig schwer damit tun, einen Umstieg zu wagen. Wichtig ist doch aber letztlich niemals das Medium, sondern der Inhalt. Wenn also meinetwegen die Sonne scheint, kann ich das mit Bild, Text, Ton und Video festhalten. Womit ich das nun aber mache, spielt denke ich für jeden Einzelnen keine große Rolle, denn man sollte mit allem zumindest schonmal herumprobiert haben. Spezialwissen meinetwegen zu Fotos usw. eignet man sich im normallfall doch dann an, wenn man es wirklich braucht.

Die echten Journalisten werden mir jetzt wohl entgegnen, dass sie Geld mit ihrem Tun verdienen müssen und deswegen eher auf Bewährtes setzen. Das mag gut gehen, solange die Schäfchen im trockenen sind und im Profibereich mag diese Barriere schon irgendwie vorhanden sein, doch sollten Experimente schon aus eigenem Interesse gewagt werden. Das Internet vermischt die Inhalte eben und in Zukunft – sobald es wirklich eine Art Internetpapier gibt – wird es keine große Rolle mehr spielen, zu welchem Bereich man nun gehört. Das iPad ist ein erster Schritt dorthin, jedoch noch zu dick und zu schwer, um eine Alternative zu einem Magazin zu sein.

Wer also auch immer „was mit Medien“ machen möchte, sollte meiner Meinung nach mit dem Bloggen anfangen und viel probieren.