Schläft denn der Sommer?

Zum Wochenanfang scheint die Sonne und verspricht ein warmes Sommerwohlfühlwetter. Doch der Tag darauf ist grau, kalt und regnerisch. In diesem Sommer scheint es, als ob das Wetter nicht so recht weiß, was es möchte. Wird unser Wetter den restlichen Sommer unbeständig bleiben? Was bedeutet es für Kleingärtner mit den Wetterkapriolen umzugehen?

Erich Wunderlich ist seit 2002 Hobbywettermeteorologe und sagt: „Wir befinden uns noch bis Mitte August im Einflussbereich des Siebenschläfers. Am 27. Juni ist jedes Jahr der Tag des Siebenschläfers. Nach einer alten Bauernregel bleibt das Wetter die nächsten sieben Wochen so, wie es in der Woche des Siebenschläfers war.“ Damit wagt Wunderlich gleichzeitig auch die Prognose für unser Sommerwetter der nächsten Wochen: „Es wird bis Mitte August wechselhaft und kühl bleiben.“  Seine Prognose beruht auf zahlreichen Messwerten, wie Temperatur, Regenmenge, Luftdruck und Luftfeuchtigkeit. Diese liest er mehrmals täglich ab. Dazu kommen laut eigenen Aussagen auch Naturbeobachtungen: „In diesem Jahr wachsen die Pilze spät. Erste Pfifferlinge habe ich erst am 20. Juni gefunden.“

Im Kleingarten von Klaus-Peter Thiemann vom Kleingartenverein Badesee Sachseedorf e.V. ist das Gras saftig grün, die Bohnen gedeihen wie eh und je. Doch in diesem Jahr, so sagt er: „muss mit Allem gerechnet werden. Heute regnet es wie aus Kübeln. Dann ziehe ich die Gummistiefel an. Morgen hingegen muss ich wieder meine drei Gießkannen mit Wasser füllen, um meine Blumen zu gießen. Sonst gehen mir noch die Rosen ein“ sagt er mit einem Augenzwinkern. In seinem Garten baut der rüstige Rentner Tomaten, Gurken, Kopfsalat, Bohnen und Radieschen an. An der Terrasse ranken noch ein paar Traubenstauden. Auf die Frage, warum er dort Weintrauben ranken lässt, antwortet Thiemann: „Die Trauben habe ich zum Abschied von meinen Lehrlingen bekommen und eingepflanzt. An diese Zeit erinnere ich mich gern. Außerdem reicht die Ernte für einen guten Rumtopf oder um Wein anzusetzen.“ Die Ernte dürfte bei ihm, dank der guten Pflege seiner Pflanzen,  reichlich sein. Die Tomaten in seinem Gewächshaus werden langsam reif. „In ein paar Tagen werde ich mit der Ernte der Tomaten beginnen. Draußen wären die Tomaten wegen des vielen Regens  bereits grau und schrumpelig“, sagt Thiemann.

Bei Eckehard Löwe von der Kleingartenanlage Südwestaue e.V. gibt es in diesem Jahr besonders viele Schnecken. Er sagt: „In meinem Garten gibt es Schnecken aller Art. Sie sind groß, klein, mit oder ohne Haus.“ Lächelnd fügt er hinzu: „Gut, das ich keinen Salat anbaue.“ Dafür hat er sich den Beeren verschrieben: „Stachelbeeren, Brombeeren, Himbeeren und Erdbeeren esse ich so gern, dass ich sie selbst jedes im Garten anbaue.“ Das Wetter bereitet auch ihm Sorgen: „Das Unkraut wächst unaufhaltsam weiter und auch der Rasen muss im Schnitt alle 5 Tage gemäht werden.“ Auf die Frage, wo für ihn der große Vorteil beim Eigenanbau von Obst liegt sagt er: „So bin ich viel an der Luft und bekomme das frischeste Obst.“