Meine kleine Eisgeschichte

Im heutigen Montagsbericht veröffentliche ich euch einfach meinen kleinen Eiszeitungsartikel, der wohl auch in der Lausitzer Rundschau gestanden haben soll. Dies ist die unveränderte und ungekürzte Fassung, die du so wohl nicht woanders finden dürftest. Viel Spaß also beim lesen 😉

Sommer, Sonne, Strand und Meer, doch ein kühles Eis muss her. Dieser Spruch der ganz Hitzigen ist bei den aktuellen Temperaturen wohl Grund genug, einmal durch Cottbus zu ziehen und dabei nicht nur die neusten und leckersten Eistrends aufzuspüren, sondern auch der philosophischen Frage nachzugehen, ob das Eis nun in der Waffel oder doch im Becher besser schmeckt.

Los geht meine kleine Tour im Eiscafé DaCapo am Altmarkt in Cottbus. Hier erklärt mir Eiskonditor Kähsler, wie er ein wirklich leckeres Speiseeis herstellt. Immer enthalten sind bei ihm die Zutaten Milch und Zucker. Stolz erklärt er, dass nun je nach Eissorte und Rezept frische Früchte, Schokolade und was immer eben gerne gegessen werden möchte, dazugehören würde. In der Eismaschine entsteht daraus unter ständigem Rühren die „von einfach allen“, so sagt er, geliebte Eismasse. Besonders beliebt sind hier in diesem Jahr die Sorten Joghurt-Holunder, Rhabarber-Erdbeere, Prosecco-Erdbeere und das besondere Cantuccini-Eis, welches ursprünglich auf ein Mandelgebäck zurückgeht. Experimentiert wurde auch mit Spargeleis, welches jedoch, obwohl es durchaus lecker gewesen sei, leider nicht von den Kunden angenommen wurde. Auf die Becher-oder-Waffel-Frage antwortet mir Doreen Radtke, Geschäftsführerin des DaCapo-Eiscafés, am Altmarkt, dass der Becher gern genommen wird, weil er als Pappbecher gut zu transportieren und als Eisbecher auf dem Tisch, gern auch mit Früchten oder Sahne, eben einfach schön anzusehen sei.

Frank Greschke im SpreeCafé sieht dieses Jahr besonders ein Eis mit schwarzer Johannesbeere und Gries als einen Trend. Beliebt ist zudem neben den Klassikern mit Vanille, Schokolade oder Stracciatella auch ein Eis mit Krokant. Toll ist ein Schokoladeneis mit dunkler Schokolade, welches aufgrund der hohen Schokoladenkonzentration wirklich fast schwarz daherkommt und wie Blockschokolade einen besonders hohen Kakaoanteil aufweist. Nicht zu vergessen sei außerdem das allseits beliebte Softeis, weil es eben ein echter Dauerbrenner sei. Auf die Frage, was er bevorzuge, ob Waffel oder Becher, antwortet er lächelnd, dass etwa 70% seiner Kunden einen Becher und 30% die Waffel bevorzugen würden.

Bei Familie Hartmann am Staatstheater erzählt Nadine Meckers, dass es dieses Jahr so sei, dass die Kunden regelrecht nach den Schokoriegelsorten Twix und Balisto rufen würden. Dazu kämen auch hier die Klassiker Schoko- und Vanilleeis. Besonders interessant sind Eisvarianten, die beim Gebäck abgeschaut wurden – Himbeertorte und Käsekuchen seien hier nur beispielhaft genannt. Eindeutiger Favorit der Kunden sei übrigens die Waffel, weil sie einfach gut schmecke, keinen Müll verursache und zu einem guten Eis auch einfach irgendwie dazu gehöre. „Softeis, besonders unser eigenes, schmeckt immer gut“, sagt sie. Damit bewahrheitet sich meine Vermutung, die besagt so etwas wie Softeis wäre nur etwas für alte Leute nicht.

Laut Statistik des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie hat im Jahr 2010 jeder Deutsche 7,7 Liter Speiseeis vernascht – Tendenz eindeutig steigend. Dies bedeutet für mich wohl, dass nach all der Nascherei wieder Zeit für Sommer, Sonne, Strand und Meer ist.