Facharbeit zum Thema Erich Kästner und das fliegende Klassenzimmer

6. Erich Kästner und der Film

In den 1920er Jahren, als die Bilder gerade laufen gelernt haben und der junge Erich Kästner seine Laufbahn bei der Neuen Leipziger Zeitung anfing schrieb er schon einige Artikel zum Film und setzte sich gleichzeitig auch gewohnt kritisch mit den künstlerischen sowie kommerziellen Seiten des Films auseinander.

1930 kam der Film von ganz alleine auf ihn zu, als Max Ophüls bei der Suche nach Ideen für einen neuen Kurzfilm auf Kästners Manuskript „Dann schon lieber Lebertran” stieß und beide es in acht Nächten zu einem Drehbuch umschrieben.

So entdeckte er letztlich ein komplett neues Betätigungsfeld, welches ihm sogar einmal seinen Lebensunterhalt sichern sollte. Einige der Filmproduzenten entdeckten nämlich das Buch „Emil und die Detektive“ für sich und verfilmten es sogleich, um es in Deutschland, England und Spanien zu zeigen.

Dabei stellte sich dann letztlich beim umformulieren der Romane in Drehbücher heraus, dass seine Romane schon recht filmtauglich waren und keinen Grund gab nicht noch weitere seiner Werke zu verfilmen. So kam es letztlich, dass es ab nun einen regelrechten Boom auf seine Werke gab.

So konnte und musste sich Erich Kästner in der Zeit des Dritten Reiches seinen Lebensunterhalt verdienen und bekam zu Beginn der 1940er Jahre sogar das Angebot einen Jubiläumsfilm für die UFA zu drehen. Dieses Angebot nahm er letztlich auch an und so wurde nicht wie geplant „Der tolle Bomberg”, sondern „Münchhausen” bearbeitet und verfilmt.

Im Film selbst baute Kästner natürlich auch einige Spitzfindigkeiten gegen das Naziregime mit ein, „getreu dem Motto: wer hören will, der höre[1]. Hitler merkte dies beziehungsweise hasste Kästner und Hans Albers so sehr, dass beide noch vor dem Anlauf des Films „Münchhausen“ ein generelles Schreib- und Publikationsverbot erhielten.

Seine Filmkollegen ließen ihn aber auch in dieser misslichen Lage keineswegs im Stich, nein sie schleusten ihn mit einem Filmteam nach Tirol, wo sie absichtlich einen Film drehten aber die Filmrollen einfach nicht einlegten, um für die erste Zeit nach dem Untergang der brutalen Diktatur etwas Notmaterial zu haben.

Nach dem Krieg gehörte der Film ganz selbst verständlich zu Kästners Leben dazu und so wurden auch weiterhin noch zahlreiche seiner Bücher erfolgreich verfilmt. So bekam er beispielsweise für den Film „Das doppelte Lottchen“ den Bundesfilmpreis verliehen.

6.1. Die Filme zum fliegenden Klassenzimmer

Das fliegende Klassenzimmer wurde mittlerweile schon drei Mal verfilmt. Die Version aus dem Jahr 1954 trifft dabei, meiner Meinung nach den Inhalt des Romans wirklich noch am genausten, da Erich Kästner selbst als Erzähler am Anfang des Films erscheint. Auch die Verfilmung aus dem Jahr 1973 hält sich, bis auf einige Anpassungen an die Zeit der 1970er Jahre und dem Verzicht auf die Anfangsszene an das Buch.

Die größten Veränderungen sind letztlich der Verfilmung aus dem Jahr 2003 zu sehen, da es hier zum Beispiel nicht mehr die Massenprügelszene gibt, wie noch in den vorherigen Verfilmungen sondern mehr Kampf mit Mobbing und Wörtern.


[1](Ebbert)