Facharbeit zum Thema Erich Kästner und das fliegende Klassenzimmer

5. „Das fliegende Klassenzimmer“

5.1. Inhalt des Romans

Es ist an sich nicht so einfach kurz zu beschreiben um was es im Roman „Das fliegende Klassenzimmer“ geht, da in den fünfzehn Kapiteln so viele tolle Sachen passieren, sodass es wirklich ziemlich schwer fällt das Besondere zusammenzufassen.

Der Roman selbst, zum ersten Male erschienen im Jahre 1933, ist, wie man am Vorwort erkennen kann, eine Geschichte in der Geschichte, denn in den ersten beiden Kapitel tritt Erich Kästner selbst auf und schreibt, wie er sich im tiefsten Hochsommer dazu überwinden musste, eine Geschichte zu schreiben, die letztlich so kurz vor Weihnachten spielt.

Der in seiner Erzählung spielende Roman dreht sich um einige Gymnasiasten, die in einem Internat in Kirchberg leben und kurz vor Weihnachten viele Dinge erleben. So sind sie mitten in den Proben für das Weihnachtsstück, welches den gleichen Titel wie der Roman selbst trägt und so folglich „Das fliegende Klassenzimmer“ heißt.

Überhaupt könnte das Weihnachtsstück in diesem Jahr wirklich wunderbar schön werden, wenn da nicht die verfeindeten Realschüler wären, die zu allem Übel auch noch Fridolin und Rudi Kreuzkamm mit den Diktatheften überfallen und Rudi mit den Heften entführen würden. Deswegen rennen die Freunde sogleich zum Nichtraucher, der Justus anscheinend in irgendeiner Weise kennen muss, um eine Befreiungsaktion  zu starten und ihm in seiner Lage zu helfen. Gründe für den Kampf zwischen den beiden verfeindeten Schulen gibt es sicherlich viele aber besonders die vor einiger Zeit von den Gymnasiasten gestohlene, schrecklich aussehende, Totenkopffahne, welche die Realschüler letztlich nur zerrissen wiederbekommen haben dürfte Grund für diese Art der Rache sein. Die Befreiung soll nun, nach Willen der Gymnasiasten zu einem richtigen Spektakel für die „Realisten“[1] werden und so trommeln Sebastian, Matthias, Martin und die anderen noch einige weitere Mitstreiter zusammen. So gewinnen sie letztlich gegen die haushoch unterlegenen Feinde und befreien Rudi Kreuzkamm. Nur die Diktathefte sind mittlerweile nicht mehr als ein Häufchen Asche, was aber die Meisten letztlich nicht weiter stört.

Nachdem die Feinde nun endgültig besiegt wurden konnten nun die Weihnachtsvorbereitungen weitergehen. Sie proben nun also weiter für das Weihnachtsstück und kümmern sich um die Weihnachtsgeschenke für ihre Eltern.

5.2. Die besonders zu benennenden Figuren im Roman


Im Roman finden sich, wie so oft, neben zahlreichen nicht näher benannten Personen, vor allem Persönlichkeiten, deren Eigenschaften sicherlich jeder von uns in seiner eigenen Schulzeit vom ein oder anderen Mitschüler erlebt oder schon erlebt hat. Ich möchte hier an dieser Stelle deswegen nun die Wichtigsten und somit auch wirklich zu benennenden Figuren näher benennen und in der Reihenfolge des Auftritts im Roman kurz vorstellen.

Anfangen möchte ich deswegen mit dem Tertianer Matthias Selbmann, auch einfach „Matz“ genannt, welcher ein ziemlich friedlicher aber dennoch starker und somit immer hungriger Junge ist. Besonders die Kuchenränder vom Bäcker Scherf in der Nordstraße, für welche er sich immer bei einem seiner Mitschüler Geld borgen muss, verspeist er von herzen gern.

Ulli von Simmern ist „ein kleiner blonder Junge“, der anfangs als ziemlich ängstlich aber mit sehr guten Leistungen in der Schule dargestellt wird. Im laufe der Geschichte soll sich das Thema der Angst jedoch endgültig erledigen. Ganz nebenbei ist Ulli ein sehr guter Freund vom Matz.

Sebastian Frank, der fast immer als einer der Oberstreber dargestellt wird, fährt ziemlich gern zu seiner Oma im Berchtesgadener Land, liebt die Alpen und wohnt, wenn er mal nicht in der Schule hockt, im kleinen Örtchen Würzbach. Meistens schafft er es, mit Hilfe des Zusammenspiels von einer Art Arroganz und seiner sehr speziellen Einigelungstaktik, seine Ängstlichkeit zu verbergen.

Jonathan Trotz, den die anderen einfach Johnny Trotz nennen, ist „der Verfasser des Weihnachtsstücks“. Er wurde in jungen Jahren einfach von seinen Eltern auf ein Schiff gebracht, da sie ihn los werden wollten. Deswegen wurde er von einem Kapitän adoptiert. In der Geschichte ist er ein Einzelgänger und Träumer, der später einmal Schriftsteller werden möchte.

Der Schüler Martin Thaler ist der zielstrebende und meist vermittelnde Klassenprimus. Er malt übrigens sehr gern und gut, sodass es klar ist, dass er neben dem Bühnenbild für das Stück gern auch ein Bild für seine Eltern zu Weihnachten malt. Sie sind nämlich sehr arm und haben nicht einmal das Geld für eine Fahrkarte.

Dr. Johann Bökh ist Hauslehrer der fünf Schüler und wird im Roman oft einfach Justus, der Gerechte, genannt. Als er in die Schule ging hatte er einen Lehrer, der seine Macht missbrauchte. Heute bemüht er sich das Gegenteil, ein guter Freund und Weggefährte der Schüler, zu sein.

Dr. Robert Uthofft wird im Roman fast immer einfach als „Nichtraucher“[2] bezeichnet und das nicht, weil er wirklich Nichtraucher wäre sondern, weil er im Nichtrauchereisenbahnwagon lebt. Im späteren Verlauf stellt sich heraus, dass er eigentlich Arzt ist, seinen Lebensunterhalt, nach einer tragischen Familiengeschichte aber fast bis zum Ende des Buches mit gelegentlichen Auftritten als Pianist verdient. Außerdem ist er ein lange verloren geglaubter Freund von Dr. Johann Bökh und wird zum Schluss zum neuen Schularzt.

 

5.3. Das Titelbild von Walter Trier

 

Direkt auf dem Roman selbst findet sich das Titelbild[3] und darin viele wirklich tolle Illustrationen, die von Walter Trier sehr detailreich und passen gezeichnet wurden.

Auf dem Titelbild kann der Leser beispielsweise den richtig zugeschneiten Hinterhof mit den beiden verfeindeten Schülergruppen. Auf der einen Seite mit den roten Mützen die Schüler der Realschule und auf der anderen Seite die Schüler des Gymnasiums mit grünen Mützen. Dieses Sinnbild zeigt sehr genau den Konflikt dieses Buches zwischen den einfachen Schülern aus der Stadt und den mehr abseits stehenden Internatsschüler, die zudem noch in das Gymnasium gehen.

Außerdem sieht man wie letztlich wirklich alle zusammenhalten und gemeinsam das Problem mit den anderen lösen und so dem kleinen Rudi Kreuzkamm helfen.

 

5.4. Ist das Buch heute noch aktuell?

 

Das Buch ist auch heute in jedem Fall noch aktuell, da viele Themen wie der Zusammenhalt in der Gruppe, der Streit zwischen den Seiten oder der innere Konflikt zwischen dem Guten und Bösen im Roman den Leser erreichen sollen. Die Kinderbücher sind bei Erich Kästner so verfasst, dass sie selbst jüngere Leser sofort verstehen dürften und vielleicht, bei etwas mehr Ruhe, einmal darüber nachdenken, welche Konflikte im Roman dargestellt werden.


[1](Kästner, 2007 S. 55)

[2] (Kästner, 2007 S. 43)